6.3.2011
Nach einer turbulenten Woche voller Höhen und Tiefen des zwischenmenschlichen Kuriosums, platzte es so aus mir hervor.
Und das nach erfolgreicher, jahrelanger schriftstellerischer Abstinenz.
Aber es muss einfach raus.
Ich frage mich, warum zum Teufel macht man sich als Frau eigentlich ständig das Leben selber schwer, wo doch genügend andere diese Aufgabe nur allzu bereitwillig übernehmen?
Hier ein Beispiel…
Man trifft jemanden der nett ist, intelligent, witzig sowieso, jemanden der es offenbar ehrlich mit einem meint, der einen nicht mit abgedroschenen Anmachsprüchen ermüdet & zudem optisch durchaus ein Leckerbissen ist.
Was macht frau also, anstatt unverzüglich auf die Knie zu fallen & den Göttern für dieses unerwartete Geschenk des Himmels zu danken, wie es eigentlich angebracht wäre?
Stattdessen macht sie sich sinnbildlich mit Adleraugen & säuberlich manikürten Nägeln auf die akribische Suche nach den schwarzen Mitessern auf Biografie & Seele, die es schleunigst auszumerzen gilt. Ungeachtet natürlich der unliebsamen Tatsache, dass man selbst längst der Pubertät entwachsen, durchaus den ein oder anderen hässlichen Eiterpickel mit sich herumschleppt.
Aber nicht doch, nicht doch!
Das tut man selbstverständlich nicht, um den Partner in Frage zu stellen, geschweige denn ihn umzuerziehen, sondern ausschließlich um ihm endlich zu einem besseren Leben zu verhelfen.
Was ja auch höchste Zeit wird, aber das bleibt unter uns.
Sind wir doch mal ehrlich, meine Damen.
Genau so gut am Samstagnachmittag in der gut besuchten Fußgängerzone auf ein Taschentuch zu spucken und dem Liebsten mit selbigem durchs Gesicht wischen.
Na, klingeln da nicht unverzüglich alte Kindheitserinnerungen an der Tür, dümmlich grinsend und genau so willkommen wie die Zeugen Jehovas?
Auf Dauer hat ein so ein Verhalten ähnliche Auswirkungen auf die männliche Psyche wie eine Kastration auf dem Küchentisch. Fehlte nur noch, ihm die Kronjuwelen anschließend püriert & auf Eis in einem Martini-Glas mit einem rosa Schirmchen darzureichen.
In diesem Sinne: Stößchen, meine Damen!
Derlei Angewohnheiten kann man jedenfalls nur noch schwerlich mit dem oft erwähnten Helfersyndrom erklären. Könnten unter Umständen vielleicht die weibliche Gene dafür zur Rechenschaft gezogen werden? Irgendwelche Vorschläge?
Jedenfalls frage ich mich immer wieder, warum man als Frau einem ausgemachten Arschloch, dass einen gefühlte Ewigkeiten am unsichtbaren Gummiband ganz nach Belieben hin- und herschnipsen lässt, eigentlich viel mehr verzeiht, als jemandem, der es mehr als verdient hätte, geliebt zu werden?
Wollen Frauen trotz unzähliger verbrannter BH’s am Ende doch lieber verarscht werden? Natürlich um anschließend ausgiebig über die verhasste Männerwelt zu schimpfen!
Suchen wir, trotzdem wir gerne lautstark in der Öffentlichkeit unsere feminine Unabhängigkeit proklamieren, immer noch einen, der uns mal so richtig zeigt, wo’s langgeht?
Bei dem einen sucht man also verzweifelt nach dem versteckten Haken, genau jenem Haken, den man sich beim anderen Exemplar permanent eintritt, es aber ob des endorphin-vernebelten Matsch-Hirns nicht mal merkt.
Verdammt, ist das peinlich!
Ich glaube, ich gehe gleich morgen früh in die Zoohandlung und erwerbe einige Katzen.
Da weiß ich wenigstens von vornherein, dass ich nur für’s Kochen und Putzen zuständig bin.
Im Übrigen, haben Sie schon mal versucht, eine Katze zu erziehen?
Falls ja, ich wäre dankbar für jeden Hinweis.
Man braucht ja schließlich eine Aufgabe im Leben.